Meine Liebe – Mein Stolz

Vor Kurzem ist es mir passiert. Es hat mich erwischt – unerwartet und knallweich – wie krosse rosa Zuckerwatte. Eigentlich waren es zwei Dinge. Ich habe mich heftig verliebt und war mal wieder richtig stolz auf mich. Wie Bolle mit stolzgeschwellter Brust.

Leider wird immer alles als selbstverständlich vorausgesetzt.

Abschluss machen . Na gehört sich ja so

Kinder hüten, Haushalt machen und dabei noch krank sein . Naja geht ja nicht anders

In der Werbung gibt es dafür irgendwann eine Packung Merci. Aber eigentlich ist alles selbstverständlich und niemand ist deswegen mehr stolz auf sich oder zufrieden. Dabei sollten wir doch besser öfter mal innehalten – den Moment genießen, wenn wir mit uns zufrieden sein können, einfach öfter mal stolz auf sich selbst sein. Dieser kurzzeitige Stillstand bedeutet ja nicht gleich das Ende. Nein, das gibt Kraft, Motivation zum Weitermachen oder für Neues. Das ist wie eine Kaffepause, in der wir uns selbst zulächeln und sagen: Gut gemacht!

Und ich bin gerade so stolz auf mich, weil ich meine kleine Tochter geboren habe. Ja, ich war das. Ich habe diese wirklich, wirklich intensiven Schmerzen ausgehalten. So vorbildlich intensiv geatmet, wie ich nie wieder atmen werde. Und ausgehalten und mit all meiner Kraft geboren. Und dann lag da dieses Wunder in meinen Armen. Und ich habe mich heftig verliebt. In alles. In ihr Lächeln- ihr wundervolles zahnloses Lächeln. In ihre aufmerksamen, strahlenden Augen und auch in ihre Tränen und ihr Schreien, das keinen Aufschub duldet.

Ja, ich bin heftig verliebt in sie und furchtbar stolz auf mich.

Andere bekommen auch Kinder sagt ihr? Na sicher und die dürfen auch stolz auf sich sein. Sollten sie unbedingt, denn es fühlt sich gut an und tut gut!

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